Stromnetz-Sabotage in NRW: Polizei durchsucht Umspannwerk bei Aachen
Nach Sabotageakten an mehreren Umspannwerken in NRW und Brandenburg prüft die Polizei weitere Standorte. Innenminister Dobrindt spricht von Klimaextremismus.
Polizei durchsucht Umspannwerk in Weisweiler nach Serie von Sabotageakten
Wie Google News CH — Crime (de) berichtet, hat die Polizei am Freitagmorgen ein Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Weisweiler nahe Aachen abgesucht — ein weiterer Schritt nach einer Serie mutmasslicher Sabotageakte an kritischer Energieinfrastruktur in Deutschland.
Ausgangspunkt der Ermittlungen ist ein Angriff vom Dienstagabend in Nordrhein-Westfalen, bei dem Unbekannte ein Umspannwerk attackierten. Mehrere Blöcke der RWE-Kohlekraftwerke in Niederaussem und Neurath mussten daraufhin vorübergehend vom Netz. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen verfassungsfeindlicher Sabotage. NRW-Innenminister Herbert Reul hatte dazu erklärt: «Das war Absicht, das war eine Straftat. Wer da rangeht, greift unser Land an.»
Bereits am Dienstagmorgen hatten Unbekannte in Brandenburg versucht, mit einem Angriff auf ein Umspannwerk nahe dem Kraftwerk Jänschwalde einen grossflächigen Stromausfall auszulösen. Am Donnerstagabend kam es dann bei Dormagen-Gohr zu einem weiteren Sabotageversuch; dort fand die Polizei nach Angaben von RWE Abschusseinrichtungen in der Nähe von Stromleitungen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sagte: «Nach aktuellem Stand muss man von Klimaextremismus ausgehen.» Ob es sich um einen Einzeltäter handelt, sei noch nicht abschliessend geklärt. Reul zufolge prüfen die Ermittler zudem einen möglichen Zusammenhang zwischen den Vorfällen in NRW und Brandenburg.
Der mutmassliche Verfasser der Bekennerschreiben soll Namen und Adresse auf den Briefen angegeben haben. Ob er tatsächlich in die Taten verwickelt ist, werde noch untersucht. Reul bezeichnete die Lage als «sehr komplex» und schloss nicht aus, dass sich der Verdächtige in Deutschland aufhalte.
Source: Google News CH — Crime (de)