71-Jähriger nach 41 Jahren im Todestrakt in Utah freigelassen

Douglas Carter kam nach mehr als vier Jahrzehnten im Todestrakt frei, nachdem DNA-Spuren seine Verurteilung in Frage stellen. Der Oberste Gerichtshof Utahs ordnete eine Neuverhandlung an.

71-Jähriger nach 41 Jahren im Todestrakt in Utah freigelassen

Freilassung nach 41 Jahren: DNA-Befund erschüttert Mordurteil in Utah

Wie die Kleine Zeitung berichtet, ist Douglas Carter, 71, nach mehr als vier Jahrzehnten im Todestrakt aus einem US-amerikanischen Gefängnis entlassen worden. „Der Staat hat ihm 41 Jahre seines Lebens genommen und ihn dem Grauen unterworfen, mehr als 40 Jahre im Todestrakt zu sein, aber heute Abend ist er endlich zuhause", erklärte sein Anwalt Neal Hamilton.

Ein Richter hatte am Montag Carters Freilassung auf Kaution angeordnet. Auslöser waren neue Untersuchungen, die ergaben, dass Carters DNA nicht mit den im Mordfall gesicherten Spuren übereinstimmt. Verurteilt worden war er 1985 wegen des Mordes an der Tante des damaligen Polizeichefs von Provo im Bundesstaat Utah. In einem Berufungsverfahren wurde das Todesurteil 1992 ein weiteres Mal bestätigt.

Carter bestritt die Tat stets und gab an, sein schriftliches Geständnis unter Zwang abgelegt zu haben. Seine Verteidiger verweisen zudem auf Beweise und Zeugenaussagen, die darauf hindeuten, dass der Täter weiß war — Carter ist schwarz.

Die ursprüngliche Verurteilung stützte sich auf das Geständnis sowie auf Aussagen zweier Zeugen. Diese erklärten Jahre später, sie seien dazu aufgefordert worden, vor Gericht zu lügen. Die Polizei habe Kosten für Miete, Telefon und weitere Rechnungen übernommen und dem Zeugen-Paar sowie dessen Sohn mit Abschiebung aus den USA gedroht.

Der Oberste Gerichtshof von Utah ordnete im vergangenen Jahr eine Neuverhandlung an und sprach dabei von „schwerem Fehlverhalten" der Ermittler. Dennoch blieb Carter bis jetzt in Haft — er wartet nun in Freiheit auf seinen neuen Prozess.

Source: Kleine Zeitung