Texas setzt tödliches Gift ein, das kurz zuvor versagt hat

Jamaal Howard soll mit Pentobarbital hingerichtet werden – demselben Mittel, das wenige Tage zuvor bei Christa Pike in Tennessee wirkungslos blieb.

Texas setzt tödliches Gift ein, das kurz zuvor versagt hat

Hinrichtung mit umstrittenem Pentobarbital geplant

Rund eine Woche nach der fehlgeschlagenen Exekution der Todeskandidatin Christa Pike plant der US-Bundesstaat Texas eine Hinrichtung mit demselben Wirkstoff. Der zum Tode verurteilte Jamaal Howard sollte mit Pentobarbital hingerichtet werden, das die Atmung lähmt. Laut n-tv war die Injektion des Giftes für Mittwoch im Gefängnis von Huntsville vorgesehen.

Howards Verteidiger forderten einen Aufschub und beantragten bei Gouverneur Greg Abbott einen einmonatigen Aufschub der Exekution. Sie argumentierten, dass ihr Mandant nicht mit einem Mittel hingerichtet werden dürfe, das wenige Tage zuvor im Nachbarstaat versagt habe. Die Anwälte verwiesen auf die Notwendigkeit, die Sicherheit der Giftvorräte zu überprüfen.

Der Fall Christa Pike hatte die Debatte über die Todesstrafe in den USA angefacht. Die 50-Jährige sollte Ende September in Tennessee als erste Frau seit mehr als 200 Jahren hingerichtet werden. Sie überlebte jedoch zwei Injektionen mit Pentobarbital und regained consciousness. Ihre Anwälte fordern nun, die Todesstrafe in lebenslange Haft ohne Begnadigungsmöglichkeit umzuwandeln.

Howard war 1999 zum Tode verurteilt worden. Der damals 20-Jährige hatte einen Supermarkt überfallen und die Mitarbeiterin Vickie Lee Sartout getötet. Bei der Tat erbeutete er 114 Dollar und eine Stange Zigaretten. Howards Verteidigung hatte mehrfach versucht, die Hinrichtung abzuwenden, und argumentierte, er leide an psychischen Erkrankungen und geistiger Behinderung. Ein texanisches Berufungsgericht lehnte den Einspruch Anfang der Woche ab.

Source: n-tv