Benko vor Gericht in Innsbruck: Betrugsvorwurf über fünf Millionen Euro

René Benko steht am Mittwoch und Donnerstag am Landesgericht Innsbruck wegen schweren Betrugs und betrügerischer Krida vor Gericht. Die Schadenssumme beläuft sich auf rund fünf Millionen Euro.

Benko vor Gericht in Innsbruck: Betrugsvorwurf über fünf Millionen Euro

Schwerer Betrug und Krida: Benko erneut in Innsbruck vor Gericht

René Benko muss sich am Mittwoch und Donnerstag vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten. Wie on.orf.at berichtet, lauten die Vorwürfe auf schweren Betrug und betrügerische Krida — und es handelt sich um die bisher gewichtigste Anklage gegen den Immobilieninvestor. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wirft Benko vor, am 6. November 2023 — wenige Wochen vor der Insolvenz der Signa Holding — gegenüber Vertretern der Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner eine „wahrheitswidrige Garantie" abgegeben zu haben. Dadurch soll die Stiftung um rund fünf Millionen Euro geschädigt worden sein.

Die Vorwürfe im Detail

Konkret sollen Vertreter der Privatstiftung dazu verleitet worden sein, rund 3,3 Millionen Euro an die Signa Holding GmbH zu überweisen, an der Haselsteiner beteiligt war. Zusätzlich sollen sie von der Rückforderung weiterer 1,7 Millionen Euro Abstand genommen haben. Das Geld war demnach für eine in Turbulenzen geratene Signa-Tochtergesellschaft bestimmt.

Den Inhalt der Garantieerklärung betreffend wurde laut Anklage wahrheitswidrig zugesagt, die rund fünf Millionen Euro bis spätestens 30. Juni 2024 an die Privatstiftung zurückzuzahlen — was nicht geschah. Signa Holding und eine weitere Gesellschaft sollen dadurch unrechtmäßig bereichert worden sein.

Der Hintergrund: Haselsteiner bzw. die Familienstiftung hatte im Juni 2022 Signa-Development-Aktien im Volumen von fünf Millionen Euro erworben. Der Kaufpreis sollte ursprünglich nicht bar fließen, sondern mit fälligen Dividenden aufgerechnet werden. Benko soll den Industriellen dann jedoch um die sofortige Überweisung des Betrags gebeten und garantiert haben, diesen spätestens Ende Juni 2024 als Dividende zurückzuerstatten — was ausblieb. Zudem soll Benko persönlich einspringen wollen, sollte die Dividende nicht ausgezahlt werden.

Haselsteiner erstmals als Zeuge

Der 82-jährige STRABAG-Gründer und langjährige Signa-Investor Haselsteiner ist für Mittwochvormittag als Zeuge geladen. Es ist dies seine erste Zeugenaussage in einem Strafprozess im Rahmen der gesamten Signa- bzw. Benko-Causa. Insgesamt sind in dem Verfahren zwölf weitere Zeugen geladen, rund die Hälfte davon soll am ersten Prozesstag befragt werden. Die Verhandlungen sind jeweils von 8.45 Uhr bis 20.00 Uhr angesetzt.

Jagdgewehr als zweiter Anklagepunkt

Neben dem Betrugsvorwurf steht auch betrügerische Krida auf der Anklageliste. Benko soll ein Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro gegenüber dem Insolvenzverwalter und den Gläubigern verheimlicht haben — mit dem Effekt, dass deren Forderungen nicht oder nur eingeschränkt befriedigt werden konnten.

Benkos Anwalt Norbert Wess hatte die Vorwürfe bereits im Juni in einer Stellungnahme zurückgewiesen. „Wir können die Vorwürfe in der Anklageschrift bereits in rechtlicher Hinsicht nicht nachvollziehen", erklärte Wess gegenüber der APA. Die Forderung gegenüber der Haselsteiner Privatstiftung sei bereits vor Abgabe der Garantieerklärung überfällig gewesen, und das fragliche Jagdgewehr habe sich zu keinem Zeitpunkt im Eigentum Rene Benkos befunden.

Fußfessel statt Untersuchungshaft

Ob Benko auch diesmal vor Gericht aussagen wird oder — wie in früheren Verfahren — auf die Ausführungen seines Verteidigers verweist, bleibt abzuwarten. Seit Mitte Oktober trägt er eine Fußfessel, nachdem eine Haftprüfungsverhandlung dies genehmigt hatte. Benko lebt seither in einer Mietwohnung; die seit Jänner 2025 bestehende Untersuchungshaft dauert mit Fußfessel fort.

Die Verhandlung wird wie die bisherigen Benko-Prozesse im Großen Schwurgerichtssaal in Innsbruck stattfinden.

Vorstrafen und laufende Ermittlungen

Ende September war Benko in einem anderen Verfahren am Landesgericht Innsbruck wegen betrügerischer Krida zu 30 Monaten unbedingter Haft verurteilt worden — das Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Es betraf eine Schenkung von 300.000 Euro an seine Mutter sowie eine Mietvorauszahlung von rund 360.000 Euro für eine Villa auf der Innsbrucker Hungerburg.

Zudem bestätigte der Oberste Gerichtshof (OGH) zuletzt einen weiteren Krida-Schuldspruch: Im Dezember 2025 war Benko in seiner Heimatstadt zu 15 Monaten bedingter Haft sowie einer unbedingten Geldstrafe von 4.320 Euro verurteilt worden, weil er Gläubigern Uhren und Manschettenknöpfe vorenthalten haben soll.

Die WKStA ermittelt im Zusammenhang mit der Pleite des Signa-Immobilienkonzerns inzwischen zu 17 verschiedenen Sachverhalten. Benko ist dabei nicht in allen Ermittlungssträngen Beschuldigter — die Vorwürfe betreffen auch andere hochrangige Signa-Funktionsträger.

Source: Google News AT — Crime (de)

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