Wiener LKA hebt Kokainnetzwerk aus – über 30 kg sichergestellt, sechs Festnahmen

Das Landeskriminalamt Wien hat nach meinbezirk.at mehr als 30 kg Kokain beschlagnahmt – der größte Fund der Dienststelle seit zehn Jahren.

Wiener LKA hebt Kokainnetzwerk aus – über 30 kg sichergestellt, sechs Festnahmen

Größter Kokainfund des Wiener LKA seit zehn Jahren: sechs Festnahmen, 3,5 Millionen Euro Straßenwert

Das Landeskriminalamt Wien hat ein grenzüberschreitendes Suchtmittelnetzwerk aufgedeckt und dabei insgesamt mehr als 30 Kilogramm Kokain sichergestellt, berichtet meinbezirk.at. Es handelt sich nach Angaben der Behörde um die größte Kokainsicherstellung der Dienststelle innerhalb der vergangenen zehn Jahre.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war Ende Oktober 2025 ein Lokal in der Meidlinger Steinbauergasse. Im Raum standen der Verdacht auf Kokainhandel sowie mögliche Waffenlieferungen. Im Zuge der Nachforschungen stießen die Beamten auf ein Netzwerk, das den Drogenhandel von Wien aus koordiniert haben soll.

Route von Valencia über Genua nach Wien

Im Jänner 2026 erfolgte der erste Zugriff. Die Polizei hatte Hinweise auf eine größere Lieferung erhalten, die für den 43-jährigen Hauptbeschuldigten bestimmt gewesen sein soll. Das Kokain war in einem Fahrzeug verborgen, das die Ermittler an der Grenze in Spielfeld anhielten. Eine erste Durchsuchung blieb ergebnislos; erst eine forensische Untersuchung brachte das Versteck zum Vorschein: Unter der Rückbank lagen rund zehn Kilogramm Kokain, eingeschmuggelt auf der Route Valencia–Genua–Wien.

Kurz nach Übernahme der Lieferung wurde der Hauptverdächtige auf frischer Tat festgenommen – bei der Übergabe von rund 600 Gramm Kokain an mutmaßliche Subdealer.

Morddrohung erzwang frühzeitiges Einschreiten

Eigentlich sollten die Ermittlungen fortgeführt werden, um weitere Hintermänner zu identifizieren. Eine mutmaßliche Morddrohung zwang die Polizei jedoch, früher als geplant einzugreifen. Ein 38-Jähriger, der als Subdealer für das Netzwerk tätig gewesen sein soll, hatte demnach seine Ex-Frau mit dem Umbringen bedroht. Gegen ihn hatten bereits mehrere Betretungsverbote bestanden.

Bei seiner Festnahme fanden die Beamten in seinem Fahrzeug neben Suchtmitteln auch einen Behindertenausweis, ein gestohlenes Kennzeichen sowie eine geladene Faustfeuerwaffe. Laut einem zuständigen Ermittler habe die Sorge bestanden, dass die Situation in einem Femizid enden könnte.

Garage in Liesing als Lager des Hauptverdächtigen

Bei einer Hausdurchsuchung in einer Garage im Wiener Bezirk Liesing, in der sich der 43-jährige Hauptbeschuldigte eingerichtet hatte, stellten die Beamten das restliche Kokain sowie rund 27 Gramm Cannabisharz sicher.

Bis Ende März 2026 wurden insgesamt sichergestellt: 30,156 Kilogramm Kokain mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von rund 3,5 Millionen Euro, 27,457 Kilogramm Cannabisharz, 435,6 Gramm Marihuana, 16.850 Euro Bargeld sowie ein Fahrzeug mit Schmuggelversteck.

Sechs Festnahmen, erste Verurteilungen

Insgesamt wurden fünf Personen im Zusammenhang mit dem Suchtmittelhandel festgenommen: der Hauptbeschuldigte, drei mutmaßliche Subdealer und ein Lieferant. Eine sechste Festnahme erfolgte wegen des Verdachts der gefährlichen Drohung – darunter auch eine in Düsseldorf, wie Major Christoph Hackl und zwei weitere Ermittler des Landeskriminalamts Wien bei einem Hintergrundgespräch am Montagmorgen erläuterten.

Erste Urteile liegen bereits vor: Bislang wurden unbedingte Freiheitsstrafen von insgesamt 17 Jahren und zwei Monaten ausgesprochen.

Source: Google News AT — Crime (de)

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