Vergewaltigungsprozess in Klagenfurt: Oma rettete 15-Jährige aus Wohnung

Ein achtfach vorbestrafter 24-Jähriger steht in Klagenfurt wegen Vergewaltigung vor Gericht. Die Großmutter des Angeklagten soll zwei Mädchen zur Flucht verholfen haben.

Vergewaltigungsprozess in Klagenfurt: Oma rettete 15-Jährige aus Wohnung

Klagenfurter Geschworenengericht vertagt Prozess nach Aussagen der Opfer

Vor dem Landesgericht Klagenfurt hat am Montag ein Prozess gegen einen 24-jährigen Klagenfurter begonnen, der wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Nötigung angeklagt ist. Wie die Kleine Zeitung berichtet, ist der Beschuldigte bereits achtfach vorbestraft und verbüßt derzeit eine zweijährige Haftstrafe wegen gefährlicher Drohung.

Zwei Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren schilderten unter dem Vorsitz von Richter Gernot Kugi, was sich in der Nacht des 21. April in einer Klagenfurter Wohnung abgespielt haben soll. Die 15-Jährige hatte Anfang April ihre Beziehung mit dem Angeklagten beendet. Wenige Wochen später habe er sie unter Androhung von Gewalt gegen ihre Familie und Freunde in seine Wohnung gelockt.

„Er hat mich gezwungen, Heroin und Kokain zu konsumieren. Dabei hat er meinen Kopf gehalten und ich musste über die Nase die Lines ziehen. Er ist ein Psychopath", sagte die 15-Jährige vor Gericht. Vor Mitternacht sei es dann zur Vergewaltigung gekommen. Drei Stunden lang habe sie sich gewehrt. „Aber er akzeptiert kein Nein", so das Opfer.

Das Mädchen täuschte schließlich vor, sich übergeben zu müssen, und rief von der Toilette aus ihre Freundin an. Als die 16-Jährige an der Wohnung eintraf, wurde auch sie laut eigener Aussage vom Angeklagten hineingezogen. „Er hat dann meine Freundin geschlagen, uns festgehalten und gedroht, er würde ein Küchenmesser holen", berichtete die 16-Jährige vor Gericht.

Die Rettung soll von einer unerwarteten Seite gekommen sein: Die Großmutter des Angeklagten, die sich ebenfalls in der Wohnung aufhielt, habe die Notlage der Mädchen erkannt. Da sie kein Deutsch spreche, hätten die beiden ihr über Blickkontakt und Gesten signalisiert, dass sie Hilfe benötigten. Die Frau alarmierte daraufhin die Polizei, die den Mann festnahm.

Der Angeklagte bestreitet sämtliche Vorwürfe. Er gibt an, mehrfach einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit der 15-Jährigen gehabt zu haben, und erklärt, er habe gedacht, sie sei 22 Jahre alt. Den Abend schildert er gegenteilig: Die 15-Jährige habe ihn um Drogen gebeten, und die 16-Jährige sei mit einem Messer erschienen, um ihn zu berauben. Den Anruf bei der Polizei habe seine Großmutter auf seinen Wunsch hin getätigt.

Die Großmutter als entscheidende Zeugin erschien am Montag jedoch nicht vor Gericht. Der Prozess wurde daraufhin vertagt.

Source: Kleine Zeitung

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