Messerangriff in Villach nach Streit um Brustvergrößerung: vier Monate bedingt
Eine 24-Jährige verletzte ihren Lebensgefährten in Villach mit einem Küchenmesser. Das Landesgericht verurteilte sie zu vier Monaten bedingter Haft.

Villacherin nach Messerattacke auf Freund verurteilt
Eine 24-jährige slowenische Staatsbürgerin mit bosnischen Wurzeln ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt zu vier Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Wie die Kleine Zeitung berichtet, hatte sie in der Nacht des 3. Mai in der gemeinsamen Wohnung in Villach ihren 37-jährigen Lebensgefährten mit einem Brotmesser mit einer Klingenlänge von 20 Zentimetern verletzt.
Die Angeklagte soll mehrmals auf den bekleideten Oberkörper des Mannes eingestochen haben. Die Staatsanwaltschaft warf ihr versuchte schwere Körperverletzung vor, worauf bis zu zwei Jahre Haft stehen.
Vor Richterin Claudia Bandion-Ortner bekannte sich die 24-Jährige nicht schuldig. Ihr Freund habe sie zuvor zu Boden gedrückt und gewürgt — sie habe in Notwehr gehandelt. Anschließend habe sie sich im Schlafzimmer eingesperrt, Bier getrunken und Medikamente genommen, „damit ich wieder runterkomme". Die Polizei rief sie am nächsten Morgen selbst, aus Angst, ihr Freund würde sie nicht gehen lassen. Bei der Einvernahme gegen 8 Uhr wurde eine leichte Alkoholisierung festgestellt.
Der 37-jährige Lebensgefährte, ebenfalls slowenischer Staatsbürger mit bosnischen Wurzeln, schilderte den Ablauf anders. Er habe sie lediglich festhalten wollen, damit sie sich beruhige — von Würgen könne keine Rede sein. Auslöser des Streits seien Gerüchte über seine Ex-Freundin gewesen: „Sie hatte gehört, ich hätte ihr eine Brustvergrößerung bezahlt. Aber das war alles erlogen, ich habe keinen Kontakt mehr zu meiner Ex."
Der zunächst lautstarke Wortwechsel eskalierte zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Die Frau lief in die Küche, der Mann versuchte, sie von hinten festzuhalten. Sie griff zum Messer und fuchtelte damit herum, wobei sie ihn auch am Rücken traf. Die schwersten Verletzungen entstanden, als er versuchte, ihr das Messer zu entreißen: „Ich habe die Klinge gepackt und mich dabei geschnitten." Er glaube nicht, dass sie ihn absichtlich verletzen wollte: „Aber wenn sie trinkt, ist sie leider unberechenbar."
Nach den Aussagen beider Parteien stellte sich heraus, dass die beiden nach wie vor ein Paar sind. Der Mann erklärte, er wolle keine Anzeige erstatten und kein Schmerzensgeld. Die 24-Jährige befindet sich seit drei Monaten in einer Rehabilitationseinrichtung, wo sie wegen Alkoholabhängigkeit behandelt wird.
Richterin Bandion-Ortner schloss eine Notwehrsituation aus, erkannte jedoch auch keinen Vorsatz auf schwere Körperverletzung. Mildernd wertete sie die bisherige Unbescholtenheit der Angeklagten sowie die laufende Therapie wegen Alkohol- und Aggressionsproblemen. Erschwerend fiel der Einsatz einer Waffe ins Gewicht. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. „Bitte passen Sie in Zukunft auf, das hätte schlimm enden können", sagte Bandion-Ortner.
Die Angeklagte nahm das Urteil an. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Source: Kleine Zeitung