Brutaler Raub in Büren an der Aare: Berner erhält 10,5 Jahre Haft

Das Berner Obergericht erhöht die Strafe auf zehn Jahre und sechs Monate. Der 29-Jährige war beim Urteil den Tränen nahe.

Brutaler Raub in Büren an der Aare: Berner erhält 10,5 Jahre Haft

Obergericht erhöht Haftstrafe auf zehn Jahre und sechs Monate

Das Berner Obergericht hat einen 29-jährigen Berner zu zehn Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann hatte im Mai 2022 gemeinsam mit einem Komplizen einen 55-Jährigen in dessen Wohnung in Büren an der Aare schwer misshandelt. Wie 20 Minuten berichtet, schlugen die Täter ihr Opfer nieder, verliessen die Wohnung und kehrten später zurück, um ihm eine Flasche über den Kopf zu schlagen.

Der Verurteilte hatte gegen das erstinstanzliche Urteil von neun Jahren und sechs Tagen Berufung eingelegt – in der Hoffnung auf eine mildere Strafe. Das Obergericht entschied am Donnerstag jedoch zu seinen Ungunsten und folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft vollumfänglich.

Selbstbewusst war der 29-Jährige in den Gerichtssaal getreten. Als der Oberrichter das Urteil verkündete, war er den Tränen nahe. Auch seine im Saal anwesende Freundin wirkte sichtlich erschüttert.

Sein Verteidiger hatte höchstens acht Jahre Haft gefordert und beantragt, dass der Mann seine Therapie weiterhin in der Justizvollzugsanstalt absolvieren könne. Das Gericht folgte diesem Antrag nicht. Zusätzlich zur Freiheitsstrafe ordnete es eine stationäre therapeutische Massnahme an: Der Verurteilte muss sich in einer spezialisierten Einrichtung behandeln lassen.

Bei der Urteilsbegründung stellten die Richter fest, der 29-Jährige habe keinerlei Reue gezeigt. Die bisherige Therapie reiche nicht aus, um seine dissoziale Persönlichkeitsstörung zu behandeln; auch die nötige Eigenmotivation fehle ihm.

Der Oberrichter forderte den Verurteilten auf, einen mehrseitigen Brief des Opfers zu lesen. Darin schildert der 55-Jährige, wie ihn die Tat bis heute verfolgt und sein Leben verändert hat. «Lesen Sie dieses Schreiben, dann können Sie sehen, was eine solche sinnlose, skrupellose Tat mit dem Leben eines anderen anstellt», sagte der Oberrichter. Zum Abschluss richtete er aufmunternde Worte an den Verurteilten: «Auch wenn das heutige Urteil nicht so ausgefallen ist, wie Sie es sich gewünscht haben, wünsche ich Ihnen viel Kraft und Motivation für die Therapie.»

Ob der Verteidiger das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen wird, ist noch offen. Der Anwalt des Opfers hält diesen Schritt für sinnlos. Das Obergericht habe den Fall bereits sehr differenziert beurteilt, sagte er gegenüber 20 Minuten – er glaube nicht, dass das Bundesgericht zu einem anderen Entscheid kommen würde.

Source: 20 Minuten

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