Frankfurt: Plünderungen nach Gen-Z-Protest, über 30 Festnahmen
Nach einem friedlichen Gen-Z-Protest in Frankfurt eskalierte die Lage am Samstagabend. Randalierer plünderten Geschäfte, zerstörten Fahrzeuge und legten Feuer, woraufhin die Polizei mit über 1.000 Einsatzkräften reagierte.

Nach Gen-Z-Protest eskaliert Frankfurt in Chaos
Wie hessenschau.de berichtet, hat sich die Situation in der Frankfurter Innenstadt nach einem zunächst friedlichen Gen-Z-Protest am Samstagabend erheblich verschärft. Nachdem die geplante Demonstration aufgelöst wurde, kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Randalierern und der Polizei. Die Stadt, die den Tag über stabil erschien, versank in Chaos aus Provokationen, Ausschreitungen und Plünderungen.
Die Polizei reagierte mit massivem Aufgebot. Nach eigenen Angaben waren mehr als 1.000 Einsatzkräfte in der Innenstadt präsent, ausgestattet mit Wasserwerfern und gepanzerten Fahrzeugen. Unterstützung kam von Spezialeinsatzkommandos (SEK) weiterer hessischer Präsidien. Bislang wurden über 30 Menschen vorläufig festgenommen.
Die Randalierer richteten erhebliche Sachschäden an. Schaufensterscheiben wurden eingeschlagen, darunter beim Sneaker-Shop 43einhalb und dem Frankfurter Laufshop in der Nähe der Zeil. Ein geparktes Polizeiauto in der Schäfergasse wurde komplett zerstört: Scheiben eingeschlagen, Reifen zerstochen. Der Snipes-Laden auf der Zeil erlitt so massive Beschädigungen, dass Polizeikräfte das Areal schützten, um weitere Plünderungen zu verhindern.
Ein besonderer Brennpunkt entwickelte sich nach einem Anschlag auf ein Waffengeschäft in der Berliner Straße. Das SEK rückte an und nahm zwei Randalierer fest. Die Polizei stellte zwei Waffen sicher, deren Herkunft noch ungeklärt ist. Schwer bewaffnete Beamte bewachten daraufhin das Areal rund um den Laden.
Die Unruhen konzentrierten sich zunächst auf die Zeil, verlagerten sich aber zunehmend in die Umgebung. Das Eschenheimer Tor entwickelte sich zu einem zusätzlichen Brennpunkt mit Zusammenstößen zwischen Randalierern und Polizeikräften. Überall in der Innenstadt zündeten Randalierer Mülltonnen an, und Böller explodierten wiederholt. Die Polizei war gezwungen, auch in späten Abendstunden noch an zahlreichen Orten aktiv zu sein.
Größere Personengruppen wurden festgesetzt, um Kontrollen und Identitätsfeststellungen vorzunehmen. Auf der Freßgasse etwa wurde eine Person vorläufig festgenommen. Die Beamten rechneten damit, dass die Unruhen die ganze Nacht andauern würden.
Innenminister Roman Poseck verurteilte die Krawallnacht aufs Schärfste. „Ich bin schockiert über die Gewaltexzesse in Frankfurt. Wir haben Bilder gesehen, die wir nicht sehen wollten", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach von einer „verheerenden Verbindung von Linksextremisten und gewalttätigen jungen Menschen" und kündigte ein hartes Durchgreifen an. Die Regierung werde gegen diejenigen vorgehen, die gesellschaftliche Regeln missachten und die Gesellschaft angreifen.
Die Veranstalter des ursprünglichen Protests distanzierten sich deutlich von der Eskalation. Mehr als vier Stunden nach dem Abbruch der Gen-Z-Demonstration betonten die Organisatoren von „Gen Z regelt" über den Messenger-Dienst Telegram, dass die Mehrheit der Teilnehmer friedlich und respektvoll gewesen sei. Man bedauere die Auflösung und wolle „Geschehnisse und mögliche Fehler sorgfältig aufarbeiten, um daraus zu lernen". Die negativen Ereignisse sollten nicht in Vergessenheit geraten lassen, dass die Veranstaltung selbst einen friedlichen Charakter gehabt habe.
Die chaotische Lage wurde zusätzlich dadurch erschwert, dass Partygänger, die von den Krawallen nichts mitbekommen zu haben schienen, immer noch auf die Zeil und in Richtung Gibson drängten, während Polizei und Rettungskräfte mit der Lage ringend noch lange keinen Feierabend in Sicht hatten.
Source: Google News DE — Crime (de)