Kulturchef wegen Untreue angeklagt: 99.000 Euro für Diamanten-Kunstprojekt
Der frühere Leiter von JenaKultur steht vor Gericht, weil er Verträge für ein unfinanziertes Kunstprojekt abgeschlossen haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft Jonas Zipf Vertrauensbruch vor.

Prozess um veruntreute Gelder für Kunstprojekt
Laut mdr.de steht der ehemalige Chef des städtischen Eigenbetriebs JenaKultur, Jonas Zipf, am Mittwoch vor dem Schöffengericht in Jena. Die Staatsanwaltschaft erhebt gegen ihn Anklage wegen Vertreuung von 99.000 Euro.
Zipf soll 2021 als Werkleiter Verträge für das Kunstprojekt „The Diamond Maker" des Schweizer Künstlers Christoph Büchel geschlossen haben, ohne dass die Finanzierung geklärt war. Das Projekt sah vor, unverkaufte Kunstwerke Büchels zusammen mit dessen Fäkalien zu verbrennen und das Material anschließend unter Druck zu Diamanten zu pressen.
Die Stadt Jena zeigte Zipf im April 2022 an. Er verließ JenaKultur daraufhin mit einem Aufhebungsvertrag und ist seitdem Geschäftsführer der Internationalen Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg. Ein zweites Ermittlungsverfahren gegen Zipf wegen Betrugs betrifft das bundesweite Theaterprojekt „Kein Schlussstrich!", das 2021 NSU-Taten künstlerisch aufarbeitete.
Source: Google News DE — Crime (de)