Leiche am Sylvensteinspeicher: 59-Jährige wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt
Eine 59-Jährige aus dem Landkreis Miesbach soll den Leichnam eines rumänischen Mannes rund 100 km weit transportiert haben. Hinweise auf Fremdverschulden gibt es nicht.
59-Jährige soll Leichnam von Ebersberg bis zum Sylvensteinspeicher gefahren haben
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ist im Fall eines tot aufgefundenen Rumänen bei Lenggries eine 59-jährige Frau aus dem Landkreis Miesbach ins Visier der Polizei geraten. Die Frau soll den 64-jährigen Mann als Hilfskraft beschäftigt haben. Nach Angaben der Polizei transportierte sie seinen Leichnam von einem Betrieb im Landkreis Ebersberg mit einem Fahrzeug knapp 100 Kilometer weit bis zu einem Parkplatz an der Bundesstraße 307 bei Lenggries. Gegen sie wird wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt.
Den Leichnam des Mannes entdeckte ein Passant in der Nacht auf den 23. August gegen 1.25 Uhr auf dem Parkplatz, der etwa 400 Meter nördlich der Faller Klammbrücke am Sylvensteinspeicher liegt. Die Identität des Toten war zunächst ungeklärt. Erst in Zusammenarbeit mit rumänischen Behörden konnten Beamte feststellen, wer der Mann war. Er hatte keinen festen Wohnsitz in Bayern.
Noch in der Fundnacht übernahmen Beamte des Kriminaldauerdienstes der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim sowie Spezialisten der Spurensicherung die Ermittlungen. Die B307 war am 23. August bis mittags gesperrt, was zeitweise zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Noch am selben Tag wurde der Leichnam im Institut für Rechtsmedizin obduziert. Die Ärzte fanden keine Hinweise auf einen gewaltsamen Tod.
Am Donnerstag durchsuchten Beamte der Kriminalinspektion Weilheim in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft München II zwei Objekte in den Landkreisen Ebersberg und Miesbach. Die Polizei hatte zuvor die Bevölkerung aufgerufen, verdächtige Beobachtungen aus der Nacht vom 22. auf den 23. August zu melden.
Todeszeitpunkt, genaue Todesursache und der Grund für den Transport des Leichnams sind nach wie vor ungeklärt. Die Ermittlungen dauern an.
Source: Süddeutsche Zeitung