Ermittlungen nach Ballon-d'Or: Polizei prüft verdächtige Wetten auf Polymarket

Zwölf Accounts sagten die exakte Top-5-Reihenfolge voraus und gewannen knapp 200.000 Euro. Frankreichs Polizei ermittelt wegen Insiderhandels.

Ermittlungen nach Ballon-d'Or: Polizei prüft verdächtige Wetten auf Polymarket

Französische Polizei ermittelt wegen Insiderverdacht rund um Ballon-d'Or-Vergabe

Zwölf Accounts auf der kryptobasierten Prognoseplattform Polymarket haben bei der diesjährigen Ballon-d'Or-Verleihung die exakte Reihenfolge der fünf bestplatzierten Spieler korrekt vorhergesagt – und damit knapp 200.000 Euro Reingewinn eingefahren. Wie gmx.at unter Berufung auf einen Bericht der „New York Times" über das Portal „The Athletic" meldet, haben die französischen Behörden nun offiziell Ermittlungen wegen des Verdachts auf Insiderhandel eingeleitet.

Die betroffenen Accounts sagten laut dem Bericht voraus, dass Harry Kane den Ballon d'Or gewann, gefolgt von Kylian Mbappé, Lamine Yamal, Rodri und Lionel Messi. Insgesamt flossen rund 250.000 Euro in diese Wetten. Die Ermittler verweisen nicht nur auf die auffällig hohe Trefferquote, sondern auch auf das Verhalten der Wettenden beim Management ihrer Positionen als Hinweis auf mögliches Insiderwissen.

Besonders brisant: Veranstalter „France Football" soll bereits vor der offiziellen Ergebnisbekanntgabe über die verdächtigen Wettbewegungen informiert worden sein. Nach der Verleihung leitete „France Football" eigene Untersuchungen ein und schaltete den SCCJ ein – die für Glücksspielvergehen zuständige Abteilung der französischen Polizei.

„Die Integrität des Ballon d'Or hat für ‚France Football' absolut Priorität", erklärte ein Sprecher des Ausrichters. Man nehme die Vorwürfe geleakter Ergebnisse und potenziell krimineller Wettaktivitäten sehr ernst und bereite eine Anzeige bei den zuständigen Behörden vor. Weitere Details könnten wegen der laufenden Ermittlungen derzeit nicht genannt werden.

Der Fall lenkt den Blick auf die umstrittene Rolle von Prognoseplattformen wie Polymarket im Sportbereich. Diese Märkte stehen wegen fehlender regulatorischer Aufsicht zunehmend in der Kritik – in den USA haben bereits mehrere Bundesstaaten rechtliche Schritte gegen deren Beteiligung an Sportwetten unternommen.

Source: Google News AT — Crime (de)

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