Christa Pike kehrt nach fehlgeschlagener Hinrichtung ins Gefängnis zurück
Die 50-jährige Christa Pike überlebte am 30. September zwei tödliche Giftspritzen-Injektionen. Nach Krankenhausaufenthalt kehrt sie nun ins Gefängnis zurück, benötigt aber weiterhin medizinische Betreuung.

Überlebte doppelte Hinrichtungsinjektion
Christa Pike verlässt nach einem Krankenhausaufenthalt wieder das Krankenhaus und kehrt in das Gefängnis zurück. Wie n-tv unter Berufung auf ihre Anwälte berichtet, benötigt die 50-Jährige dort weiterhin medizinische Unterstützung. Ob sie durch den gescheiterten Hinrichtungsversuch bleibende Schäden davongetragen hat, bleibt derzeit unklar.
Am 30. September hatte Pike zwei normalerweise tödliche Injektionen mit dem Medikament Pentobarbital überlebt. Sie kam nach dem fehlgeschlagenen Hinrichtungsversuch in kritischem Zustand ins Krankenhaus. Anfang dieser Woche war die Verurteilte wieder bei Bewusstsein und begann zu sprechen.
Ihr Anwalt Stephen Ferrell teilte am Freitag mit, dass Pike bereits wieder laufen könne. Allerdings sei sie geistig noch benommen und verliere leicht den Faden. Ihre Arme seien stark verletzt und kaum einsetzbar. Ferrell geht davon aus, dass sich ihr Zustand weiter verbessern werde, konnte aber dauerhafte Folgen nicht ausschließen. Pike äußerte sich extrem dankbar für die Ersthelfer und das medizinische Team.
Pike war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Das Opfer war 1995 in einem abgelegenen Gebiet nahe Knoxville über längere Zeit gefoltert und anschließend getötet worden. Die geplante Hinrichtung wäre die erste einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren gewesen.
Tennessees Gouverneur Bill Lee, ein Republikaner, hat weitere Hinrichtungen zunächst bis zum Jahresende ausgesetzt. Er ordnete eine unabhängige Untersuchung des Falles an. Ein Gericht in Tennessee verfügte zudem am Mittwoch, dass sämtliche Beweismittel zum gescheiterten Hinrichtungsversuch aufbewahrt werden, darunter Infusionsleitungen, Spritzen und medizinische Dokumente zu Pikes Zustand. Ob der Bundesstaat einen neuen Hinrichtungstermin anstreben wird, ist bislang offen.
Source: n-tv