Hinrichtung von Christa Pike gescheitert: violetter Arm, Verbrennungen, sieben Einstiche
Die Hinrichtung der Todeskandidatin Christa Pike in Tennessee schlug fehl. Ihre Anwälte berichten von violetter Haut, Blasen und zahlreichen Einstichen am Arm.

Gescheiterter Hinrichtungsversuch in Tennessee: Chronologie eines Desasters
Die Hinrichtung von Christa Pike in der Riverbend Maximum Security Institution ist gescheitert. Wie 20 Minuten berichtet, befindet sich Pike nach dem misslungenen Vollzug in kritischem Zustand und wird in einem Spital lebensrettend behandelt. Ihr Anwalt Randy Spivey erklärte am Donnerstagabend, eine verlässliche Prognose zur Überlebensprognose gebe es noch nicht.
Gerichtliche Eingriffe kurz vor dem Vollzug
Das Berufungsgericht für den sechsten Bundesgerichtsbezirk hatte zunächst einen vorläufigen Aufschub der Hinrichtung angeordnet. Es verwies dabei auf offene rechtliche Fragen, darunter Pikes gesundheitliche Probleme sowie Hinweise auf schweren Missbrauch in ihrer Kindheit. Der Oberste Gerichtshof der USA hob diesen Aufschub mit sechs zu drei Stimmen wieder auf.
Der Ablauf im Hinrichtungsraum
Um 19.26 Uhr Ortszeit begann der Vollzug. Auf die Frage nach letzten Worten sagte Pike laut dem Journalisten Damon Lawrence, sie wolle die Welt «mit Liebe» verlassen und sei bereit zu gehen. Kurz darauf äusserte sie: «Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich aufplatzen.»
Journalist Will Puckett beobachtete vier tiefe, deutlich sichtbare Atemzüge. Die Behörden bestätigten die vollständige Verabreichung der ersten Dosis Pentobarbital. Anschliessend gähnten die Zeugen Pike laut Augenzeugenberichten sehr tief. Die Vorhänge zum Zeugenraum wurden mehrfach geöffnet und wieder geschlossen. Zeugen berichteten, Pike habe mit offenem Mund hörbar geschnarcht; Puckett sagte später, es habe beinahe geklungen, als würde sie ersticken.
Nach der Bekanntgabe einer zweiten Pentobarbital-Dosis wurden die Vorhänge erneut zugezogen, das Mikrofon im Hinrichtungsraum abgeschaltet und die Zeugen hinausgeführt. Wenig später traf ein Krankenwagen ein, und Pike wurde unter Polizeibegleitung in ein Spital gebracht.
Anwälte berichten von schwerwiegenden Komplikationen
An einer Pressekonferenz unter dem Titel «Christa lebt» schilderten Pikes Anwälte die Probleme während des Vollzugs im Detail. Allein das Legen der intravenösen Zugänge habe rund eine Stunde in Anspruch genommen. Spivey zählte sieben Einstiche am linken Arm seiner Mandantin; eine der verwendeten Nadeln sei beim Herausziehen offenbar verbogen gewesen. Während der Medikamentengabe habe sich Pikes rechter Arm zunehmend violett verfärbt, inzwischen seien Blasen und Verbrennungen rund um die Einstichstellen sichtbar.
Spivey gab zudem an, Pike nach der ersten Medikamentengabe noch sprechen und singen gehört zu haben. Die Verteidigung kritisierte die mangelnde Transparenz: Der Vorhang sei über längere Zeit geschlossen geblieben, Informationen seien nur verzögert weitergegeben worden. Dass ein Krankenwagen unterwegs sei, habe man erst viel zu spät erfahren.
Source: 20 Minuten