Covid-Kreditbetrug in Luzern: Gastronom beantragte sieben Kredite und erhielt 250'000 Franken
Ein Luzerner Gastronom steht wegen mutmasslichen Covid-Kreditbetrugs vor Gericht. Er soll mit falschen Zahlen rund 250'000 Franken erschlichen haben.

Luzerner Gastronom wegen Covid-Kreditbetrug vor Gericht
Ein 53-jähriger Gastronom aus Luzern muss sich vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten, weil er während der Corona-Pandemie sieben Covid-19-Kredite beantragt haben soll – mit falschen Angaben zu Umsatz und Mitarbeiterzahl. Das berichtet blick.ch unter Berufung auf die «Luzerner Zeitung».
Ab März 2020 stellte der in der Schweiz geborene und aufgewachsene Italiener die Kreditanträge. Zwei wurden abgelehnt, fünf bewilligt. Das Gericht bezeichnete die auf den Formularen angegebenen Umsatzzahlen als «Fantasiezahlen». Zusätzlich soll er zu viele Mitarbeitende deklariert haben. Über drei Monate erhielt er auf diese Weise rund 250'000 Franken – Geld, das laut Anklage nicht für Liquiditätsengpässe, sondern für private Ausgaben verwendet wurde.
Der Staatsanwalt nannte den Fall in seinem Plädoyer vor Gericht den «grössten Covid-19-Kreditbetrug im Kanton Luzern» und forderte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten sowie einen Landesverweis von sieben Jahren.
Der beschuldigte Familienvater wies die Vorwürfe zurück. Er habe bei der Personalplanung für seine Projekte falsch kalkuliert und sei von einem erwarteten Umsatz ausgegangen. «Ich ging davon aus, das sei richtig so», sagte er vor Gericht.
Rund 180'000 Franken werden zurückgefordert. Der Beschuldigte verfügt jedoch über kein Einkommen und hat Privatkonkurs angemeldet; bislang konnte er nichts zurückbezahlen. Sein Verteidiger plädierte auf vollständigen Freispruch und machte geltend, seinem Mandanten habe das Unrechtsbewusstsein gefehlt – Arglist sei nicht im Spiel gewesen. Das Urteil wird den Parteien schriftlich zugestellt.
Source: Google News CH — Crime (de)