Strafverfahren gegen Anwälte und Journalisten nach Wallis-Brandkatastrophe
Nach dem Brand von Crans-Montana ermittelt die Walliser Staatsanwaltschaft gegen Anwälte und Journalisten wegen mutmasslicher Indiskretionen aus laufenden Untersuchungen.
Walliser Behörden gehen gegen Indiskretionen vor
Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana hat die Walliser Staatsanwaltschaft Strafverfahren gegen Anwälte und Journalisten eingeleitet. Das berichtet Blick unter Berufung auf die Zeitung «Le Temps». Hintergrund sind wiederholt öffentlich gewordene Informationen aus den laufenden Ermittlungen.
Laut «Le Temps» könnte die Veröffentlichung vertraulicher Ermittlungsunterlagen die Einvernahmen beeinflussen und die Untersuchungen erschweren. Wird eine mediale Vorverurteilung festgestellt, könnte dies dem Betreiberpaar Moretti unter Umständen in Form einer Strafmilderung zugutekommen.
Die genaue Anzahl der Verfahren ist unbekannt. Bei den Anwälten dürften die Verfahren wegen «Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung» eröffnet worden sein — die Staatsanwaltschaft hatte alle Verfahrensbeteiligten ausdrücklich zur Geheimhaltung verpflichtet. Dieser Straftatbestand kann mit einer Busse geahndet werden.
Mindestens ein Journalist ist laut «Le Temps» für Oktober von der Kriminalpolizei vorgeladen worden. Er trägt dabei den Status einer «Auskunftsperson» — eine Stellung, die zwischen jenem eines Zeugen und jenem einer beschuldigten Person liegt.
Source: Blick