Ausschreitungen in Frankfurt: Plünderungen nach Jugendprotesten

Nach der „Gen Z regelt"-Demonstration kam es in Frankfurt zu Gewalt und Plünderungen. Die Polizei sperrte Teile der Innenstadt und nahm dutzende Personen fest.

Ausschreitungen in Frankfurt: Plünderungen nach Jugendprotesten

Randalierer zerschlagen Scheiben und plündern Geschäfte

Nachdem die Demonstration der Initiative „Gen Z regelt" am Samstagabend endete, begannen in der Frankfurter Innenstadt schwere Ausschreitungen. Wie die WELT berichtete, zerschlugen Randalierer Schaufensterscheiben mehrerer Geschäfte, darunter ein Waffenladen. Personen versuchten, Gegenstände aus den geplünderten Läden mitzunehmen.

Die Polizei sperrte daraufhin Teile der Einkaufsstraße Zeil, eine der meistbesuchten Shopping-Meilen Deutschlands. Unbeteiligte konnten die Straße zwar noch verlassen, ein Zutritt war jedoch nicht mehr möglich. Die Behörden setzten mehr als 1000 Beamte ein.

Angriffe auf Polizisten und Waffenfunde

Bei den Auseinandersetzungen warfen Randalierer den Angaben zufolge Molotowcocktails auf Polizisten. Nach der Attacke auf das Waffengeschäft stellten Einsatzkräfte zwei Waffen sicher. Hessens Innenminister Roman Poseck sagte um 18:30 Uhr in einem Videostatement, dass sich etwa hundert linksextremistische Gewalttäter unter die friedliche Versammlung gemischt hätten. „Es ist beschämend, wie diese Veranstaltung hier in Frankfurt zu Ende gegangen ist", erklärte Poseck.

Gegen 1:00 Uhr setzten die Beamten laut Polizei eine rund 100-köpfige Personengruppe fest, um deren Identitäten festzustellen. Details zu möglichen Festnahmen lagen zunächst nicht vor.

Reaktion der Landesregierung

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein zeigte sich „schockiert von den Gewaltexzessen" in der Frankfurter Innenstadt. Er betonte, dass die Konsequenzen ausbleiben würden. „Wer sich so verhält wie die Angreifer in der Frankfurter Innenstadt, stellt sich außerhalb unserer Gesellschaft", sagte Rhein. Die Polizei werde Aggressoren, Tätergruppen und Hergang genau bewerten. Der Ministerpräsident dankte den Einsatzkräften für ihren Einsatz gegen die Gewalt.

Nach Angaben der Polizei beruhigte sich die Lage in der Frankfurter Innenstadt nach der Nacht. Beamte blieben mit starken Kräften präsent, um Ruhe und Ordnung zu gewährleisten.

Proteste bundesweit eskaliert

Die Demonstrationen der Initiative „Gen Z regelt" fanden in etwa 30 deutschen Städten statt. In den Großstädten kam es mit Einbruch der Dunkelheit zu Ausschreitungen. Auch in Berlin wurden während der Jugendproteste 56 Menschen festgenommen. 27 Polizisten erlitten leichte Verletzungen, konnten ihren Dienst aber fortsetzen. Bei einer Versammlung mit bis zu 3500 Teilnehmern am Rosenthaler Platz gab es zahlreiche Straftaten, darunter Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz. Eine Versammlung am Brandenburger Tor mit bis zu 5000 Teilnehmern verlief nach Angaben der Polizei nahezu störungsfrei.

Parallel kam es auch im Nachbarland Frankreich zu Massenprotesten und Vandalismus.

Videoaufnahmen von Plünderungen

Der TikTok-Kanal „Sehe ich anders" veröffentlichte Videos von Plünderungen in einer Snipes-Filiale in Frankfurt. Darauf waren zahlreiche Personen zu sehen, die das Sportschuh-Geschäft ausräumten. Der Creator kommentierte die Szenen mit den Worten: „So sehen Leute aus, die aus dem Zoo ausgebrochen sind" und fragte einen der Plünderer: „Was willst du damit erreichen, Bruder?"

Source: WELT

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