Krawalle in Frankfurt: Plünderungen, 30 Festnahmen nach Gen-Z-Demo
Nach einer zunächst friedlichen Jugenddemo in Frankfurt kam es zu schweren Ausschreitungen mit Plünderungen und mehr als 30 vorläufigen Festnahmen.

Ausschreitungen in Frankfurter Innenstadt nach Jugendprotesten
Wie Kleine Zeitung berichtet, kam es am Samstagabend in Frankfurt zu schweren Krawallen: Junge Männer zerstörten Schaufensterscheiben mit ausgerissenen Verkehrsschildern und Pflastersteinen, drangen in Geschäfte ein und stahlen Turnschuhe und andere Waren. In einem Waffengeschäft griffen Randalierer ebenfalls zu – die Polizei stellte später zwei Waffen sicher.
An mehreren Stellen in der Innenstadt lagen Absperrgitter auf der Straßen, Müll wurde angezündet, Böller flogen gegen einen Wasserwerfer der Polizei. Die Beamten sperrten die Zeil, eine der belebtesten Einkaufsstraßen Deutschlands, ab. Auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) wurde alarmiert. Bis zum späten Abend wurden mehr als 30 Personen vorläufig festgenommen.
Friedlicher Beginn an der Weseler Werft
Ihren Anfang nahmen die Ereignisse als ruhige Demonstration. Hunderte Jugendliche – überwiegend Schüler und Studierende – versammelten sich an der Weseler Werft am Mainufer unter dem Banner der „Gen Z". Ihre Plakate trugen Aufschriften wie „Kein Geld für Bildung. Aber für Waffen?" oder „Wehrpflicht ab 67". In der Spitze liefen 8.000 bis 9.000 Menschen mit.
Der Start des Demozugs verzögerte sich, weil die Polizei darauf bestand, dass Vermummte ihre Masken ablegten. Während des Zugs explodierten wiederholt Böller und Feuerwerkskörper aus der Menge, was den Marsch immer wieder zum Stillstand brachte.
Linksextremisten mischen sich unter die Menge
Mit einbrechender Dunkelheit kippte die Stimmung. Parolen wie „Ganz Frankfurt hasst die Polizei" und „Revolution" wurden skandiert. Totenkopf-Flaggen und Fahnen der „Antifaschistischen Aktion" tauchten auf. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) erklärte später, rund 100 gewalttätige Linksextremisten hätten sich unter die Demonstranten gemischt.
An einer Kreuzung versuchte die Polizei, friedliche Demonstranten von den Randalierern zu trennen. Als das misslang, wurde die Demonstration wegen ihres „unfriedlichen Verlaufs" vorzeitig aufgelöst. Die meisten Schüler und Studenten hatten die Veranstaltung zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen.
Erste Konfrontation an der Konstablerwache
Nach der Auflösung der Demo spitzte sich die Lage an der Konstablerwache zu. Polizisten mit Helmen standen aggressiven Gruppen gegenüber, zahlreiche Schaulustige strömten hinzu. Das Geschehen blieb über den gesamten Abend diffus und unübersichtlich – zwischen den Randalierern befanden sich auch Einkäufer und Passanten auf der Zeil.
Scharfe politische Reaktionen
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) sprach gegenüber der Deutschen Presse-Agentur von „Gewaltexzessen". „Wer sich so verhält wie die Angreifer in der Frankfurter Innenstadt, stellt sich außerhalb unserer Gesellschaft", sagte Rhein. Man werde „Aggressoren, Tätergruppen und Hergang genau bewerten und unsere Schlüsse ziehen."
Innenminister Poseck kündigte ein hartes Vorgehen an. „Wir haben Bilder gesehen, die wir nicht sehen wollten", sagte er. „Hier hat sich eine verheerende Verbindung von Linksextremisten und gewalttätigen jungen Menschen entladen." Es gebe ein enormes Aggressionspotenzial der Randalierer. „Wir brauchen ein frühzeitiges und hartes Durchgreifen gegen diejenigen, die unsere Regeln missachten und unsere gesamte Gesellschaft angreifen."
In Deutschland war in den Wochen zuvor diskutiert worden, ob auch hierzulande Zustände wie jene in Frankreich denkbar seien, wo es am Rande von Sozialprotesten zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen gekommen war. Die Bilder aus Frankfurt gaben dieser Debatte neuen Auftrieb.
Source: Kleine Zeitung