Cyberangriffe auf Supermarkt-Kühlanlagen in Deutschland – Lebensmittel vernichtet
Hacker haben Kühlanlagen in deutschen Supermärkten infiltriert und Temperaturen auf über 50 Grad hochgefahren. Große Mengen Lebensmittel mussten entsorgt werden.

Cyberangriffe auf Supermarkt-Kühlanlagen in Deutschland
Hacker haben nach Angaben von Die Zeit Kriminalität Kühlanlagen in Supermärkten in Deutschland angegriffen und die Temperaturen massiv erhöht. In einem Edeka-Markt im niederbayerischen Reisbach sollen die Anlagen bis auf 50 Grad aufgeheizt worden sein, nachdem Angreifer die Abtaufunktion dauerhaft aktiviert hatten. Tonnen von Lebensmitteln verdarben daraufhin und mussten entsorgt werden.
Betroffen sind nach bisherigen Erkenntnissen Märkte in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Bayern. Die Cybercrime-Spezialisten der Polizei ermitteln; nach Angaben eines Polizeisprechers aus Bayern dürfte der Angriff in den frühen Morgenstunden stattgefunden haben. Ein Edeka-Sprecher sagte, betroffene Waren seien umgehend aus dem Verkauf genommen worden. Der Hersteller der Kühlsysteme untersuche derzeit, wie der Angriff möglich war.
Die Attacken stehen möglicherweise in Verbindung mit jüngsten Hackerangriffen auf Supermarkt-Kühlanlagen in anderen europäischen Ländern. Am Montag waren Filialen der schwedischen Ketten ICA und Coop betroffen; Mitte Oktober wurden mehr als 100 französische Supermärkte von einer ähnlichen Cyber-Attacke heimgesucht. Die Angreifer manipulierten dort ebenfalls die Abtaufunktion, was zu riesigen Mengen vernichteter Frisch- und Tiefkühlware führte.
Bei den früheren Hackerangriffen waren überwiegend Steuerungen des Herstellers Danfoss betroffen. Das Unternehmen erklärte, dass es sich um veraltete Geräte handelte, die nicht mehr mit Software- und Sicherheitsupdates versorgt werden. Wie stark sich die Angriffe in Deutschland ausweiten könnten, ist unklar. Die Gesamtzahl betroffener Märkte und die Schadenshöhe sind bislang unbekannt und steigen aktuell an. Wer hinter den Angriffen steckt und ob die Fälle zusammenhängen, ist noch ungeklärt.
Source: Die Zeit Kriminalität