Polizei zerschlägt Linksextremisten-Netzwerk in Sachsen – fünf festgenommen

Razzia gegen das „Kollektiv Zwickau" in vier Bundesländern. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen einer kriminellen Vereinigung, die Jahre lang Überfälle verübt haben soll.

Durchsuchungen in vier Bundesländern

Nach Angaben von Die Zeit Kriminalität hat die Polizei am Morgen des 3. November in einer großangelegten Razzia gegen mutmaßlich linksextreme Gewalttäter vorgegangen. Die Soko LinX des Landeskriminalamtes Sachsen durchsuchte etwa 20 Wohnungen im Landkreis Zwickau, Thüringen, Leipzig, Bremen, Hamburg und Dresden. Fünf Männer wurden festgenommen, zwölf weitere Personen werden verdächtigt.

Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Laut Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt griff während der Durchsuchungen ein 20-Jähriger aus Leipzig einen Polizeibeamten an und wurde vorläufig festgenommen. Vier weitere Beschuldigte im Alter von 22, 22, 33 und 36 Jahren sitzen in Untersuchungshaft.

Vorwürfe gegen die Gruppierung

Die verdächtigten Mitglieder des „Kollektiv Zwickau" sollen in unterschiedlichen Zusammensetzungen über Jahre hinweg Angriffe auf politische Gegner verübt haben – darunter gefährliche Körperverletzungen, Raub und schwerer Landfriedensbruch. Bei einem Überfall setzte das Kollektiv nach Angaben der Ermittler Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Die marxistisch-leninistische Gruppierung nutzt als Erkennungszeichen Hammer und Sichel sowie den roten Sowjetstern; ihr Gruß lautet „Rot Front" mit geballter Faust.

Das Ziel der Gruppierung bestehe darin, gegen Rechtsradikale vorzugehen und die Grundlage für eine kommunistische Partei zu schaffen. Der Nachrichtendienst vermutet, dass das Kollektiv durch seine Aktivitäten die freiheitlich-demokratische Grundordnung durch Gewalt ersetzen könnte.

Verbindung zu internationalen Fällen

Das Kollektiv unterstützt öffentlich die Aktivistin Maja T. (26), die sich als „non-binär" beschreibt. Sie wurde in Ungarn nach einem brutalen Überfall zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das Kollektiv nennt sie „Genoss:in" und fordert ihre Freiheit über Instagram. Der Verfassungsschutzbericht 2025 vermerkt, dass die Gruppe zuletzt keine öffentlichen Auftritte mehr zeigte, möglicherweise als Folge einer Razzia im Februar 2025.

Die meisten Tatverdächtigen wohnen oder stammen aus Zwickau, weshalb die Gruppierung diesen Namen trägt.

Source: Die Zeit Kriminalität

Read this article in English