Mann zu lebenslanger Haft wegen Femizid in Stuttgart verurteilt

Ein 32-Jähriger ist wegen des Mordes an seiner Ex-Partnerin in einem Stuttgarter Schwesternwohnheim zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Es ist bereits der zweite Mord an einer Pflegerin im gleichen Heim binnen drei Jahren.

Mann zu lebenslanger Haft wegen Femizid in Stuttgart verurteilt

Mann zu lebenslanger Haft wegen Femizid verurteilt

Das Landgericht Stuttgart hat einen 32-Jährigen wegen des Mordes an seiner früheren Partnerin zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach Angaben von sueddeutsche.de tötete der Mann die 31-jährige Frau im Januar aus Eifersucht in einem Schwesternwohnheim. Der Vorsitzende Richter erklärte: „Wir sind der sicheren Überzeugung, dass hier Sie der Täter sind."

Das Opfer war mit dem staatenlosen Mann nach islamischem Recht verheiratet. Das Paar kannte sich seit August 2025, wobei die Beziehung von Konflikten geprägt war. Wenige Tage vor der Tat hatte sich die Frau nach einem Streit von ihrem Partner getrennt. Am Tag der Urteilsverkündung wäre ihr erster Hochzeitstag gewesen.

Der Richter bezeichnete die Tat ausdrücklich als Femizid: „Eine Frau habe ihr Leben gewaltsam verloren, weil ein Mann sie aus Eifersucht oder aus verletzter männlicher Eitelkeit getötet habe." Der Jurist warf dem Angeklagten vor, das Recht der Frau auf Selbstbestimmung nicht akzeptiert zu haben. Die Strafkammer folgte damit der Anklage der Staatsanwaltschaft; die Verteidigerin des Mannes hatte Freispruch gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Fall ist bereits der zweite Mord an einer Pflegerin im selben Stuttgarter Wohnheim innerhalb von drei Jahren. Femizide sind definiert als Tötungen von Frauen aufgrund ihres Geschlechts — weil Täter Frauen als nicht gleichwertig betrachten oder über sie bestimmen wollen. Die häufigste Form ist die Tötung durch Partner oder Ex-Partner.

Source: Die Zeit Kriminalität

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