Kärntner Hausverwalter unter Verdacht: über 830.000 Euro veruntreut

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelt gegen einen Immobilienmanager wegen Untreue. Er soll Gelder von Eigentümern auf eigene Firmenkonten umgeleitet haben.

Kärntner Hausverwalter unter Verdacht: über 830.000 Euro veruntreut

Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelt wegen Untreue gegen Immobilienmanager

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelt gegen den Geschäftsführer einer Kärntner Immobilienmanagementfirma wegen des Verdachts der Untreue. Das bestätigt Behördensprecher Markus Kitz. Wie die Kleine Zeitung berichtet, soll der 49-Jährige mehr als 830.000 Euro von Liegenschaftskonten auf das Konto seiner eigenen Immobilienfirma überwiesen haben.

Die Ermittlungen laufen laut Kitz bereits seit März 2024 — der Verdächtige ist der Behörde also kein Unbekannter.

Zeugen wandten sich an Rechtsanwältin

Auf die Schadenssumme kommen zwei Zeugen, die sich an die Klagenfurter Rechtsanwältin Astrid Wutte-Lang gewandt haben. Sie brachte vergangene Woche eine umfangreiche Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft ein. Darin ist laut Behörde von mehreren Hunderttausend Euro Schaden die Rede. Kurz vor dieser Anzeige hatte der Verdächtige selbst eine Selbstanzeige erstattet.

Wie eine Hausverwaltung funktioniert

Eine Hausverwaltung betreut fremde Liegenschaften treuhändisch im Namen der Eigentümer oder Vermieter — gegen ein monatlich vereinbartes Honorar. Eigentümer zahlen auf Liegenschaftskonten ein: Betriebskosten, Rücklagen für Erhaltungsarbeiten oder Mieten. Diese Gelder sind zweckgebunden und dürfen ausschließlich für Ausgaben der jeweiligen Liegenschaft verwendet werden, etwa Strom, Müllabfuhr oder Handwerker. Jede andere Verwendung ist vertraglich nicht gedeckt.

„Spitze des Eisberges"

Genau das soll der Beschuldigte jedoch getan haben. Allein im Vorjahr und heuer soll er insgesamt 836.000 Euro von den Liegenschaftskonten abgezogen haben. Anwältin Wutte-Lang warnt: „Es ist nicht auszuschließen, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist." Die verwalteten Liegenschaften umfassen mehrere hundert Eigentümer, darunter auch prominente und bekannte Personen. Die „massiven Abbuchungen" hätten das reguläre Verwalterhonorar „um ein Vielfaches" überstiegen und entbehrten „jeder vertraglichen Grundlage".

Der Verdacht lautet auf systematische Veruntreuung zugunsten eigener Firmen — der Mann soll mehrere davon besitzen. Unter anderem soll Geld in eine neu gegründete Firma im Ausland geflossen sein.

Verteidigung: Selbstanzeige betrifft andere Zeiträume

Franz Zimmermann, der Anwalt des Beschuldigten, bestätigt die Selbstanzeige seines Mandanten. Er betont jedoch, diese beziehe sich nicht auf die seit 2024 laufenden Ermittlungen, sondern auf Vorgänge aus den Jahren 2025 und 2026. Zur Schadenshöhe könne er sich derzeit nicht äußern, da die Untersuchungen erst am Anfang stünden.

Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Source: Kleine Zeitung

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