Signa-Gründer Benko vor Gericht in Innsbruck – bis zu zehn Jahre Haft drohen
René Benko steht wegen schweren Betrugs und betrügerischer Krida vor dem Landesgericht Innsbruck. Ein Urteil wird bereits für morgen erwartet.

Benko-Prozess in Innsbruck: Schwerer Betrug und Millionenschaden im Fokus
Wie oe24.at berichtet, muss sich René Benko, Gründer der kollabierten Signa-Gruppe, erneut vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten. Die Verhandlung begann um 8:45 Uhr und dauert laut Plan bis 20 Uhr. Ein Urteil wird bereits für Mittwoch erwartet – bei einer Verurteilung drohen dem 49-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Anklageschrift der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) richtet sich gegen Benko wegen schweren Betrugs sowie betrügerischer Krida. Im Mittelpunkt steht ein Finanzgeschäft mit dem früheren Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner und dessen Familienstiftung. Haselsteiner soll als einer von 13 Zeugen aussagen.
Die WKStA wirft Benko vor, Vertretern der Haselsteiner-Privatstiftung eine wahrheitswidrige Garantie erteilt zu haben. Dadurch sei die Stiftung um rund fünf Millionen Euro geschädigt worden. Den Ermittlungsergebnissen zufolge seien die Verantwortlichen der Stiftung dazu verleitet worden, frisches Kapital bereitzustellen und auf bestehende Ansprüche zu verzichten. Die vereinbarte Zahlung blieb vollständig aus. Die WKStA geht von einer unrechtmäßigen Bereicherung zugunsten der Signa Holding sowie einer weiteren Konzerngesellschaft aus.
Benkos Verteidiger Norbert Wess hatte die Vorwürfe bereits nach Bekanntwerden der Anklageschrift im Juni entschieden zurückgewiesen.
Besonderes Augenmerk gilt dem heutigen Auftritt auch deshalb, weil es Benkos erster Gerichtstermin mit elektronischer Fußfessel ist. Verhandelt wird erneut im Großen Schwurgerichtssaal – unter starkem Medieninteresse. Offen bleibt, ob Benko selbst zur Anklage Stellung nehmen oder die Ausführungen seines Verteidigers in den Vordergrund stellen wird.
Source: Google News AT — Crime (de)