Urkundenfälschung bei Salzburger Festspielen: Zwei Aktivistinnen vor Gericht

Zwei Frauen müssen sich wegen der Pro-Palästina-Störaktion bei den Salzburger Festspielen 2025 vor Gericht verantworten. Zwei weitere Beteiligte erhielten eine Diversion.

Urkundenfälschung bei Salzburger Festspielen: Zwei Aktivistinnen vor Gericht

Prozess nach Protest bei Salzburger Festspieleröffnung

Zwei Frauen aus der Gruppe pro-palästinensischer Aktivistinnen und Aktivisten, die im Sommer 2025 die Eröffnung der Salzburger Festspiele gestört haben, müssen sich demnächst vor einem Richter verantworten. Eine 36-Jährige und eine 57-Jährige sind wegen Urkundenfälschung nach Paragraf 223 StGB angeklagt, wie Franz Mittermayr, Sprecher des Bezirksgerichts, der APA mitteilte. Die Hauptverhandlung werde „schon bald ausgeschrieben", so Mittermayr. Die beiden Frauen hatten eine diversionelle Erledigung abgelehnt.

Wie Kleine Zeitung berichtet, kamen ein weiterer Aktivist und eine Mitaktivistin hingegen mit einer Diversion davon. Die entsprechenden Geldstrafen seien seit „Mitte Oktober" rechtswirksam.

Verkleidet als Bühnenarbeiter in die Felsenreitschule

Am 26. Juli 2025 verschafften sich fünf Aktivistinnen und Aktivisten mit gefälschten Ausweisen, als Bühnenarbeiter verkleidet und mit Hilfe einer ehemaligen Mitarbeiterin Zutritt zur Eröffnungsfeier in der Felsenreitschule. Dort störten sie die Rede von Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) durch Zwischenrufe und ausgerollte Banner mit Aufschriften wie „Stoppt den Völkermord" und „Free Gaza now". Ein sechster Aktivist war ebenfalls beteiligt, hatte jedoch keine der gefälschten Eintrittskarten mit der Aufschrift „Salzburger Festspeiben" bei sich — Dokumente, die aus Sicht der Exekutive gefälschte Ausweise darstellen, aus Sicht der Aktivistinnen und Aktivisten hingegen eindeutig als Persiflage erkennbar waren.

Der Festakt wurde kurzzeitig unterbrochen, damit das Sicherheitspersonal die Demonstrierenden aus dem Saal bringen konnte. Nach der Festnahme wurden alle Beteiligten auf freiem Fuß angezeigt, unter anderem wegen Urkundenfälschung.

Sicherheitskonzept unter Druck, ein Urteil bereits gefallen

Die Aktion zog österreichweit Aufmerksamkeit auf sich und brachte das Sicherheitskonzept der Festspiele massiv in die Kritik. In der Folge wurden zusätzliche Sicherheitskräfte engagiert und weitere Vorkehrungen getroffen.

Bereits am 12. Mai war ein 39-jähriger früherer Klimaaktivist vom Landesgericht Wien rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 880 Euro verurteilt worden — 220 Tagessätze à vier Euro — wegen Urkundenfälschung und schwerer Sachbeschädigung. Er hatte sich ebenfalls an der Aktion in Salzburg beteiligt, sein Fall wurde jedoch in Wien verhandelt. „Als jüdischer Mitbürger habe ich meine Verantwortung darin gesehen, auf das Thema aufmerksam zu machen", sagte er damals vor der Richterin.

Source: Kleine Zeitung

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