Untreue-Ermittlungen bei Grazer Messe: Ex-Vorständin Muhr und Messeleiter Götz bestätigt

Die Staatsanwaltschaft Graz ermittelt wegen Untreue-Verdachts auch gegen Ex-MCG-Vorständin Barbara Muhr und Publikumsmessen-Leiter Alexander Götz.

Untreue-Ermittlungen bei Grazer Messe: Ex-Vorständin Muhr und Messeleiter Götz bestätigt

Staatsanwaltschaft Graz ermittelt gegen drei MCG-Führungskräfte

Die Staatsanwaltschaft Graz ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen insgesamt drei leitende Angestellte der Messe Congress Graz (MCG). Wie die Kleine Zeitung berichtet, haben Ex-Vorständin Barbara Muhr und der aktuelle Leiter der Publikumsmessen, Alexander Götz, auf Nachfrage bestätigt, dass sich eine anonyme Anzeige auch gegen sie richtet. Bereits bekannt war, dass Ermittlungen gegen den amtierenden Messe-Vorstand Martin Ullrich laufen.

Ausgangspunkt ist eine anonyme Anzeige, die sich auf Vorgänge in den Jahren 2023 und 2024 bezieht. Staatsanwaltschaftssprecher Christian Kroschl hatte zuvor erklärt, man ermittle „gegen einen leitenden Angestellten der MCG wegen des Verdachts der Untreue". Dieser soll entgegen internen Compliance-Richtlinien gegenüber Ausstellern und Veranstaltern teils überhöhte Rabatte gewährt oder genehmigt, Zusatzleistungen nicht verrechnet sowie für einzelne Veranstaltungen keine nachvollziehbare Preiskalkulation vorgenommen haben. Dadurch seien „Verluste in zumindest fünfstelliger Höhe" entstanden, so Kroschl. Zwei weitere leitende Angestellte stünden im Verdacht, diese Handlungen in ihrer jeweiligen Funktion geduldet oder genehmigt zu haben.

Ullrich, Muhr und Götz äußern sich

Martin Ullrich war zum fraglichen Zeitpunkt noch MCG-Finanzchef. Er betont, der Aufforderung der Staatsanwaltschaft zur Stellungnahme nachgekommen zu sein und dabei nachgewiesen zu haben, dass „es sehr wohl einen positiven Deckungsbeitrag gegeben hat" – belegt mit entsprechenden Rechnungen. Ullrich verweist zudem darauf, dass „derartige Tätigkeiten grundsätzlich auch die Bereichsleiter sowie die operativen Geschäftsführer bei uns verantwortet haben".

Barbara Muhr, die bis 2025 gemeinsam mit Armin Egger als Vorständin der MCG tätig war, bestätigt die Ermittlungen gegenüber der Kleinen Zeitung: „Ja, die Anzeige hat sich auch gegen mich gerichtet, die Vorwürfe sind aber haltlos." Alexander Götz, heute für die Publikumsmessen zuständig, erklärt ebenfalls, bereits eine umfassende Stellungnahme abgegeben zu haben.

Stadtrat Eber erwartet rasche Klärung

Der zuständige Stadtrat Manfred Eber (KPÖ) äußert sich zurückhaltend: „Grundsätzlich äußern wir uns nicht zu laufenden Verfahren." Die Vorwürfe seien intern umfassend geprüft worden, auf Basis der Darlegungen der MCG-Geschäftsführung sehe man „keine Anhaltspunkte, die die Vorwürfe erhärten würden". Eber geht von einer raschen Klärung aus.

Eber hatte bereits im Vorjahr den Wirbel rund um die MCG moderieren müssen, als die Stadt Graz entschied, den Vorstand neu auszuschreiben und von zwei auf einen Posten zu reduzieren. Muhr und Egger bewarben sich zunächst beide – Muhr zog ihre Bewerbung später zurück, Egger schied mit scharfer Kritik an der Stadt aus dem Rennen aus, nachdem er nicht zum Hearing geladen worden war.

Source: Kleine Zeitung

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